Mit Schulbuchwissen gegen Containerdenken? Verflechtungen von Religion und Gesellschaft im Ethikunterricht.

Rami-Flyer_2015_400x875_webAm 9. November geht es bei Religion am Mittwoch um die Schule. Es trägt Dr. Zrinca Stimac (Braumschweig) vor.
Bereits am 12. Okt. 2016 ging es um „Religionen der Seeleute: ‚Aberglaube‘ auf den Segelschiffen der Ostsee und den sieben Weltmeeren“ mit Dr. Anna-Konstanze Schröder (Bern).

Weiterlesen auf der Homepage der Religionswissenschaft Marburg

Notiz zur Feierlichkeit: 10 Jahre „Antidiskriminierungsgesetz“

Am 27. September 2016 feierte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes das 10jährige Jubiläum des Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und lud Gäste, unter ihnen REMID, in die Französische Friedrichstadtkirche in Berlin ein. Das Gesetz sieht die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen explizit vor (§29). Es bezieht sich zwar zu großen Teilen auf die arbeitsrechtlichen Bestimmungen in Deutschland, schließt aber ebenso Fälle von Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit außerhalb des Arbeitskontextes mit ein und ist dementsprechend auch für die Religionswissenschaft von Interesse. Im AGG ist zum Bespiel geregelt, dass eine Person wegen ihrer Religionszugehörigkeit nicht benachteiligt werden dürfe (§1), Religionsgemeinschaften als Arbeitgeber jedoch durchaus ein Bekenntnis zum jeweiligen Glauben zur Einstellungsbedingung machen dürfen (§9). Weiter scheint hier ein recht weiter Religionsbegriff verwendet zu werden („Bindung an ein Glaubensbekenntnis“), der auch ggf. Organisationen, die wie Scientology vielen nicht als Religion gelten, einschließen würde. Von der EU wurde Deutschland im Jahr 2008 trotz dieser Bemühungen wegen mangelnder Umsetzung der EU-Richtlinien verklagt, so dass noch Arbeitsbedarf am Gesetz besteht.

Die Sprecher Christine Lüders, Věra Jourová und Festredner Heiko Maas betonten im Rahmen der Feierlichkeit, der Erfolg des Gesetzes bestehe vor allem darin, dass auch mit recht verhaltener Unterstützung der Bevölkerung für Betroffene von Diskriminierung die Möglichkeit geschaffen wurde, sich – zumindest gegen offene – Diskriminierung und Belästigung mit juristischen Mitteln zur Wehr zu setzen. In der folgenden Expertendiskussion wurden die positiven Rückmeldungen vor dem Hintergrund der Praxis des Gesetzes kontrovers diskutiert: Neben allem Lob wurde angemerkt, dass nicht unbedingt die Diskriminierungen wegen Herkunft, Rasse, Geschlecht, Alter und Religion abgenommen hätten, sondern aus Angst vor Strafen lediglich besser verschleiert würden. Die Offenheit im Umgang miteinander habe also abgenommen und Konflikte, die auch den Prozess eines Zusammenwachsens befördern könnten, würden nicht mehr ausgetragen. Zudem gäbe es Personen, die diese Regelungen systematisch für sich ausnützten und für Entschädigungszahlungen direkte Aussagen provozieren würden (z.B. im Falle von Begründungen für Absagen auf Bewerbungen). Im Fazit einigten sich die Sprecher mehrheitlich darauf, dass „ohne Gesetz“ keine Alternative mehr sein könne, das Ausarbeiten seiner Feinheiten jedoch sei eine schwierige Aufgabe, die noch lange nicht beendet ist (Text: Christiane Königstedt).

Vgl. die Beiträge im REMID-Themenschwerpunkt Religionsfreiheit

Neues Datenblatt Islam erschienen (Bezugsjahr 2015)

Ein neues Update des Datenblattes Islam (Bezugsjahr 2015) ist erschienen. Es bietet eine Zeitreihe des Islam in Deutschland seit 1945 (seit 2000 jährlich, ohne 2009-2013).

Das letzte Update ist ein wenig her. Als Datenblatt 2009, erschienen mit Bezugsjahr 2008, reagierte es damals auf die neue BAMF-Studie „Muslime in Deutschland“, welche mit einer auch grafisch anschaulich gemachten komplexen Methodenkombination aus quantitativer und qualitativer Sozialforschung eine Einschätzung liefern wollte, die nicht einfach Ausländer aus muslimisch dominierten Ländern addiert, vielleicht noch prozentual reduziert um Prozente zweifelhafter Quelle, damit der Faktor nicht-islamischer Minderheiten berücksichtigt wird (vgl. auch Andrea Dernbach: Statistiken in der Kritik. Die Muslim-Macher, Der Tagesspiegel 2013). So wurden auch 1,5 Mio. bis 2 Mio. Muslime mit deutschem Pass einbezogen in die Rechnung.

Die Jahre danach bestimmte der Zensus 2011 die Debatte. Ein Zensus schien als Instrument tauglich, sogar noch die ausgefeilte Methodik der BAMF-Studie zu übertreffen. Bei seinem Erscheinen 2013 wurde diese Hoffnung schließlich enttäuscht. Er lieferte keine neue brauchbare Zahl der Muslime in Deutschland, dafür erschütterte er die Religionsstatistik damit, dass er die Bevölkerungszahl Deutschlands um ca. 1,5 Mio. nach unten korrigierte, und dabei insbesondere 6,2 Mio. statt 7,3 Mio. „Ausländer“ zählte.

Aktuell rechnet REMID für Bezugsjahr 2015 mit 4,3 Mio. Muslimen in Deutschland.
Diese Zahl ist ein Mittelwert. Beim Bezugsjahr 2008 ging es bei 4 Mio. Muslimen im Mittelwert um +/- 0,25 Mio. Abstand zur kleinsten wie größten Angabe im in der BAMF-Studie gelieferten Zahlenrahmen; heute sollte eher von einer Ungenauigkeit +/- 0,5 Mio. ausgegangen werden. Diese Ungenauigkeit hat diverse Gründe, zu denen auch die vermittelte Ungenauigkeit der Zahl der Muslime mit deutschem Pass sowie Nichtmuslime, die dennoch als solche gezählt werden, oder der Faktor Remigration gehören. Sicherlich ist auch der Umstand, dass Zahlen aus Asylerstanträgen einbezogen wurden, ein solcher Grund, sowohl da nicht gesagt ist, wie über diese Anträge entschieden wird, als auch da diejenigen fehlen, die den Schritt der Asylerstantragstellung noch nicht abschließen konnten.

Die Zahl umfasst auch schiitischen Islam, Ahmadiyya und Aleviten.

Gehen Sie zu unserer Übersicht der REMID-Statistik der Religionen und Weltanschauungen in Deutschland. Dort finden Sie Erläuterungen zu den Zahlen, eine Aufschlüsselung der Quellen, bestellbare aufbereitete Datenreihen und Grafiken sowie internationale Vergleichszahlen. Oder schreiben Sie direkt an info [at] remid [punkt] de.

Für weitere Hintergründe sei auf den Geschäftsstellen- und Vorstandsbericht 2016 aus dem aktuellen Rundbrief verwiesen (aus der Rubrik Tätigkeitsberichte).

Außerdem: Zum Themenbereich Islam haben wir auch viele spannende Interviews und Artikel veröffentlicht.

In eigener Sache: Rechtsextreme tarnen sich als REMID

Leider mussten wir heute feststellen, dass Google aktuell als ein neues Suchergebnis für „REMID“ im letzten Monat die Facebook-Seite von der rechtsextremen Partei „Pro Deutschland“ listet. Dort findet sich als aktueller Beitrag vom 2. September: „Unser Mitglied […] hat diese sehr informative Internetseite über den Islam veröffentlicht. Herr […] ist Perser – und lebt als ECHTER politischer Flüchtling in Deutschland. Er will, daß unserem Land das Schicksal seiner Heimat erspart bleibt“. Verlinkt ist eine „Informationsplattform Islam / REMID“. Diese Webseite, welche zudem auf eine ähnliche Domainadresse wie unsere Informationsplattform Religion (gefördert bis 2005, geführt bis 2007) hört, bezieht sich missbräuchlich auf REMID. Rechtliche Schritte wurden eingeleitet.

Zu REMID gehören ausschließlich folgende Domains: remid.de / religion-online.info / religion-schule.de / migration-religion.net.

 

Datenblätter und Grafiken Bezugsjahr 2014 erschienen

Die neuen kostenfreien Datenblätter zu „Religionen in Deutschland“, christliche „Kirchen“ und „Judentum“ sind erschienen, entsprechend die zugehörigen kostenpflichtigen Diagramme. Sie können diese in der REMID-Geschäftsstelle über info [at] remid [punkt] de anfordern:

6. Juli: „Handbuch“ für die Reise ins Jenseits. Der ägyptische Sarg in Marburg und sein Dekorationsprogramm

rel.a.mi2016 Diesen Mittwoch findet der festliche Museumsabend des „Fördervereins für die Religionskundliche Sammlung und das Fachgebiet Religionswissenschaft in Marburg e. V.“ (FöReMa) statt.
Dr. Beatrix Gessler-Löhr (Heidelberg) wird über den ägyptische Sarg der Religionskundlichen Sammlung und sein Dekorationsprogramm sprechen.

Festlicher Museumsabend des „Fördervereins für die Religionskundliche Sammlung und des Fachgebiets Religionswissenschaft in Marburg e.V.“ (http://relwiss-marburg.de/) mit Dr. Beatrix Gessler-Löhr (Heidelberg), Prof. Dr. Sebastian Murken (Marburg, http://sebastian-murken.de/) und Team.

Die Veranstaltung beginnt mit einer themenbezogenen Führung durch die Religionskundliche Sammlung um 18.00 Uhr; der Themenabend ca. 18.15 Uhr.

Eintritt frei.

„Religion am Mittwoch“ ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit von REMID, dem Fachgebiet Religionswissenschaft und der Religionskundlichen Sammlung in Marburg.
Sie findet immer am ersten Mittwoch eines Monats im Seminarraum des Fachgebiets Religionswissenschaft (1. Stock) und in den Räumen der Religionskundlichen Sammlung (Landgraf-Philipp-Str. 4) statt. In ihr stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter von religionsbezogenen Projekten und Religionsgemeinschaften ihre aktuellen Arbeitsbereiche durch Vorträge, Reiseberichte, Filme oder über Diskussionsrunden vor.

Neues Faltblatt erschienen: Rosenkreuzer

In der Reihe „Kurzinformation Religion“ ist ein neues Faltblatt entschieden. REMID dankt hierzu Dr. Katharina Wilkens für die Vorarbeit in ihrem Seminar und natürlich dem Autor Max Vohburger.

Zur Übersicht: Kurzinformation Religion


„Als Gründer der Rosenkreuzerbewegung gilt die legendäre Gestalt Christian Rosencreutz, der 1378 geboren worden sein soll und dessen Leben autobiographisch in der „Chymischen Hochzeit“ dargestellt wird.
Nach dem Erscheinen der Werke „Fama Fraternitatis“, „Confessio Fraternitatis“ und „Chymische Hochzeit“ in den Jahren 1614-1616 in Strasbourg und Frankfurt, die eine geheime Bruderschaft der Rosenkreuzer beschreiben, bildeten sich dann erste Gruppierungen, die sich die in den Werken beschriebenen Grundsätze zu eigen machten und von geheimen Bruderschaften hin zu öffentlichen alchemischen, spirituellen, magischen und astrologischen Gemeinschaften entwickelten.
Inzwischen hat sich in der Wissenschaft die Position durchgesetzt, dass Johann Valentin Andrae, ein 1586 in Herrenberg geborener evangelischer Theologe, der Verfasser der oben genannten Werke und somit auch Begründer der Rosenkreuzer-Tradition ist.“

1. Juni: “Neoschamanismus: Konzepte – Praktiken – Erfahrung”

rel.a.mi2016“Neoschamanismus: Konzepte – Praktiken – Erfahrung” von Dr. Gerhard Mayer (Freiburg i. Br.)

„Religion am Mittwoch“ ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit REMID. Sie findet immer am ersten Mittwoch eines Monats im Seminarraum des Fachgebiets Religionswissenschaft (1. Stock) und in den Räumen der Religionskundlichen Sammlung (Landgraf-Philipp-Str. 4) statt. In ihr stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter von religionsbezogenen Projekten und Religionsgemeinschaften ihre aktuellen Arbeitsbereiche durch Vorträge, Reiseberichte, Filme oder über Diskussionsrunden vor. An jedem dieser Abende wird zudem eine themenbezogene Führung durch die Religionskundliche Sammlung angeboten.

Die Veranstaltungen von „Religion am Mittwoch“ beginnen mit einer themenbezogenen Führung durch die Religionskundliche Sammlung um 18.00 Uhr; der Themenabend beginnt ca. 18.15 Uhr und klingt mit einem kleinen Umtrunk gegen 20 Uhr aus.

4. Mai: Buddha-Reliquien und die Konstruktion religiöser Räume in Sri Lanka und Südostasien

rel.a.mi2016

Vortragende beim ersten Vortrag von „Religion am Mittwoch“ heute ist Dr. Ann-Kathrin Wolf aus Bochum.

Die Veranstaltung beginnt mit einer themenbezogenen Führung durch die Religionskundliche Sammlung um 18.00 Uhr; der Themenabend ca. 18.15 Uhr.

Eintritt frei.

„Religion am Mittwoch“ ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit von REMID, dem Fachgebiet Religionswissenschaft und der Religionskundlichen Sammlung in Marburg.
Sie findet immer am ersten Mittwoch eines Monats im Seminarraum des Fachgebiets Religionswissenschaft (1. Stock) und in den Räumen der Religionskundlichen Sammlung (Landgraf-Philipp-Str. 4) statt. In ihr stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter von religionsbezogenen Projekten und Religionsgemeinschaften ihre aktuellen Arbeitsbereiche durch Vorträge, Reiseberichte, Filme oder über Diskussionsrunden vor.

Siehe auch: das neue Programm von „Religion am Mittwoch“.

Neues Faltblatt erschienen: Bahá’í

In der Reihe „Kurzinformation Religion“ ist ein neues Faltblatt entschieden. REMID dankt hierzu Dr. Katharina Wilkens für die Vorarbeit in ihrem Seminar und natürlich der Autorin Kathrin Stiegler.

Zur Übersicht: Kurzinformation Religion

bahai-faltblatt
„Am 22. Mai 1844 stellte sich Sayyid Ali Muhammad als „Tor“ zum verborgenen Imam (= der Bab) vor. Dieses Ereignis ist für die Bahá’í der Beginn einer neuen Ära und monotheistischen Religion nach dem Islam. 1848 erklärte er, er sei der wiedergekommene verborgene 12. Imam, was für seine Anhänger die theologische Begründung dafür war, sich als vom schiitischen Glauben unabhängige Gemeinschaft zu verstehen. Mirza Husain Ali Nuri, genannt Bahá’u`lláh (arab. die Herrlichkeit Gottes), ein früher Anhänger des Bab, verkündete am 8. April 1863 in Bagdad der vom Bab in seinen Schriften verheißene göttlich Gesandte zu sein, mit dem „der jüngste Tag“ in der bereits begonnenen Endzeit anbrechen werde.“