Konfuzianismus in der Moderne: Von Konfuzius zu den Boston Confucians

Kon­fuzian­is­mus gilt als jahrtausendealte Tra­di­tion, eng ver­bun­den mit der Geschichte und Kul­tur des vor­mod­er­nen Chi­nas. Doch in den let­zten zwei Jahrhun­derten wurde diese Lehre nicht nur neu inter­pretiert, son­dern zunehmend auch über ihren ursprünglichen kul­turellen Rah­men hin­aus gedacht. Während der Kon­fuzian­is­mus in der Kul­tur­rev­o­lu­tion Chi­nas (1966–1976 n. Chr.) fasst in Vergessen­heit geri­et, ver­sucht­en Reformer schon seit dem 19. Jahrhun­dert, die kon­fuzian­is­che Ethik an die Her­aus­forderun­gen der Mod­erne anzu­passen. Dabei ent­stand jedoch keine ein­heitliche Bewe­gung, son­dern unter­schiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Welche Rolle kann Kon­fuzian­is­mus in der mod­er­nen Welt und Gesellschaft noch spie­len?

Über mich und warum mich das The­ma inter­essiert

Mein Name ist Mike Jawors­ki, ich bin Studieren­der der Reli­gion­swis­senschaft und während meines Bach­e­lorstudi­ums habe ich u.a. mich mit der Entwick­lung des mod­er­nen Kon­fuzian­is­mus beschäftigt. In diesem Beitrag, der im Rah­men meines Prak­tikums bei REMID e.V. ent­standen ist, möchte ich die Leser*innen mit­nehmen in die Entwick­lun­gen, die die Tra­di­tion geprägt haben und aufzeigen, in welche Rich­tun­gen sich der mod­erne Kon­fuzian­is­mus entwick­elt hat. Für mich ist diese Entwick­lung beson­ders inter­es­sant, weil sie zeigt, wie flex­i­bel und wan­del­bar Tra­di­tio­nen sein kön­nen. Mich fasziniert Ostasien schon länger als kul­tureller und his­torisch­er Raum, ger­ade auch vor dem Hin­ter­grund des aktuellen geopoli­tis­chen Auf­stiegs der Volk­sre­pub­lik Chi­na in einem mul­ti­po­laren Kon­text.

In diesem Zusam­men­hang stellt sich für mich die Frage, welche Rolle kul­turelle und philosophis­che Tra­di­tio­nen in diesem Prozess spie­len, sowohl für die Selb­stver­ständi­gung ein­er Gesellschaft als auch für ihre äußere Selb­strepräsen­ta­tion. Eine Lehre, die ursprünglich zur Ord­nung vor­mod­ern­er Gesellschaften ent­stand, wird heute neu inter­pretiert; zum einen als poli­tis­ches Sys­tem zur Schaf­fung ein­er har­monis­chen Gesellschaft inner­halb Chi­nas, aber auch in den USA als glob­ale ethis­che Ori­en­tierung find­et der Kon­fuzian­is­mus frucht­baren Boden unter Philosophen und Akademik­ern. Ger­ade diese Fähigkeit zur Trans­for­ma­tion macht Kon­fuzian­is­mus reli­gion­swis­senschaftlich so inter­es­sant. Aber begin­nen wir am Anfang — wer war Kon­fuz­ius?

Religionsstifter oder Philosoph — Wer war Konfuzius?

Kon­fuz­ius Stat­ue in Qufu, Shan­dong Prov­inz, dem Geburt­sort von Kon­fuz­ius

Als Begrün­der der Tra­di­tion gilt Kon­fuz­ius (ca. 551–479 v. Chr.), welch­er jedoch wed­er Reli­gion­ss­tifter im klas­sis­chen Sinne, noch meta­ph­ysis­ch­er Sys­tem­denker war. Er war ursprünglich als poli­tis­ch­er Berater und später als Lehrer aktiv, und ver­stand sich dabei als Über­lief­er­er der Tra­di­tion und nicht als Reformer. Sein Denken war vor allem ethisch und sozial aus­gerichtet: Ihn beschäftigte die Frage, wie Men­schen moralisch han­deln und wie dadurch eine har­monis­che Gesellschaft entste­hen kann. Das Denken von Kon­fuz­ius ist dabei nicht durch eigene Schriften über­liefert; stattdessen ist die Lehre durch Zusam­men­stel­lun­gen wie dem Lun­yu 論語 (Analek­ten) ent­nom­men, welche erst später aus seinen Schülerkreisen her­vorgin­gen.
Seine Lehre ent­stand vor dem Hin­ter­grund der Früh­lings- und Herb­st­pe­ri­ode (ca. 770–481 v. Chr.), in welch­er die dama­lige Zhou-Dynas­tie allmäh­lich in regionale Fürsten­staat­en zer­fiel. Für Kon­fuz­ius ging mit dieser poli­tis­chen Zer­split­terung der Zer­fall der moralis­chen und kos­mis­chen Ord­nung ein­her.

Die Ethik­lehre des Kon­fuz­ius

Im Zen­trum der kon­fuzian­is­chen Lehre ste­hen mehrere miteinan­der ver­bun­dene Prinzip­i­en. Für Kon­fuz­ius bildet die moralis­che Selb­stkul­tivierung von Tugend (de 德) durch Men­schlichkeit (ren 仁) die Grund­lage jed­er sozialen Ord­nung. Dies geschieht durch das kor­rek­te Befol­gen der sozialen Nor­men (li 禮 „Riten“), welche men­schliche Beziehun­gen struk­turi­eren und Ver­lässlichkeit im All­t­ag schaf­fen.
Respekt (xiao 孝 „kindliche Pietät“) gegenüber Eltern und Vor­fahren, sowie vor den gesellschaftlichen sozialen Rollen, sta­bil­isiert famil­iäre Bindun­gen und gewährleis­tet die poli­tis­che Ord­nung. Laut Kon­fuz­ius entste­he gesellschaftliche Har­monie durch klar geregelte Hier­ar­chien, die jedoch moralisch begrün­det sein müssen. Hin­ter all dem ste­ht eine Vorstel­lung kos­mis­ch­er Ord­nung, der Wille des Him­mels, jedoch ohne weit­er aus­gear­beit­ete The­olo­gie.

Kon­fuzian­is­mus war damit ursprünglich eine Ethik der Beziehung und Ver­ant­wor­tung. Es sollte als Grund­lage für zivil­isiertes zusam­men­leben durch moralisch gebildete Men­schen dienen.

Von Moralethik zur Religion — Die Entwicklung des Neo-Konfuzianismus

Eine wichtige Weit­er­en­twick­lung des klas­sis­chen kon­fuzian­is­chen Denkens bildet der Neo-Kon­fuzian­is­mus, welch­er vor allem während der Song-Dynas­tie (960‑1279 n. Chr.) ent­stand.

Während Kon­fuz­ius selb­st vor allem moralis­che und soziale Fra­gen behan­delte, ver­sucht­en spätere Denker, ein umfassendes Welt­bild zu entwick­eln. Beson­ders ein­flussre­ich waren dabei Zhu Xi (1130–1200 n. Chr.) und die Cheng Brüder Hao (1032–1085 n. Chr.) und Yi (1033–1107 n. Chr.), deren Inter­pre­ta­tion kon­fuzian­is­ch­er Lehren über Jahrhun­derte hin­weg die intellek­tuelle Grund­lage von Staatsver­wal­tung und gesellschaftlich­er Ord­nung in ganz Ostasien bildete.

Li und Qi: die Weltvorstel­lung des Neo-Kon­fuzian­is­mus

Stark geprägt wurde diese Entwick­lung durch den Aus­tausch mit dem Bud­dhis­mus. Angesichts der Tiefe des bud­dhis­tis­chen Welt­bildes, sowie dessen gesellschaftlichen Ein­flusses in Chi­na, entwick­el­ten Neo-Kon­fuzian­er ein alter­na­tives kon­fuzian­is­che Weltver­ständ­nis.

Dabei ent­stand ein neues Welt­bild, das auf zwei zen­tralen Begrif­f­en beruht: li 理, das Prinzip oder die Struk­tur des Uni­ver­sums, und qi 氣, die materielle Energie oder Sub­stanz, durch die sich dieses Prinzip konkret man­i­festiert. Vor allem die kos­mis­che Struk­tur li 理 (nicht zu ver­wech­seln mit den Riten li 禮) wird bei neo-kon­fuzian­is­chen Denkern mit der Lehre der kon­fuzian­is­chen Selb­stkul­tivierung durch Men­schlichkeit in Verbindung gebracht oder sog­ar teils gle­ichge­set­zt. Da alles Existierende aus der Wech­sel­wirkung von li und qi entste­ht, fol­gt daraus die Idee, dass die kon­fuzian­is­che Ethik die Ver­wirk­lichung der Struk­tur des Uni­ver­sums sei.

Ein neuer Main­stream

Indem die kon­fuzian­is­che Ethik mit ein­er umfassenden Erk­lärung der Welt ver­bun­den wurde, entwick­elte sich der Kon­fuzian­is­mus allmäh­lich von ein­er reinen Ethik- und Morallehre zu ein­er Reli­gion. Moralis­ches Han­deln bedeutete nun nicht nur soziale Pflichter­fül­lung, son­dern die Angle­ichung des eige­nen Lebens an die grundle­gende Struk­tur des Uni­ver­sums. Der Neo-Kon­fuzian­is­mus wurde ins­beson­dere seit der Yuan-Dynas­tie (1271–1368 n. Chr.) zum dominieren­den „Main­stream“ der gelehrten Kul­tur in Ostasien und bildete später die Grund­lage für seine Neuin­ter­pre­ta­tion in der Mod­erne.

Der Neo-Kon­fuzian­is­mus machte damit aus dieser ursprünglichen Morallehre ein umfassendes meta­ph­ysis­ches Sys­tem zur Erk­lärung des Uni­ver­sums, eine de-fac­to Reli­gion, welche für Jahrhun­derte die Legit­i­ma­tion für ostasi­atis­che Staat­en, vor allem in Chi­na und Korea, bilden sollte.

Ein neuer Neo-Konfuzianismus — Kang Youwei als konservativer Reformer

Im 19. Jahrhun­dert geri­et die poli­tis­che und gesellschaftliche Ord­nung Chi­nas mas­siv unter Druck. Die mehrfachen mil­itärischen Nieder­la­gen gegen West­mächte, Abtre­tun­gen größer­er Gebi­ete und Trib­ut­staat­en, der Taip­ing Auf­s­tand sowie der Sino-Japanis­che Krieg stell­ten das kon­fuzian­isch geprägte Kaiser­re­ich grund­sät­zlich infrage.

Vor diesem Hin­ter­grund ver­sucht­en ein­flussre­iche Reformer wie Kang Youwei (1858–1927 n. Chr.), die kon­fuzian­is­che Tra­di­tion neu zu deuten:

Kang Youwei, ca. 1905

Kang Youweis neuer Kon­fuzian­is­mus

Für Kang Youwei blieb die Vorstel­lung eines moralisch struk­turi­erten Kos­mos zen­tral. Doch geht er davon aus, dass die Welt ein­er moralis­chen Ord­nung folge, die sich auch in der Geschichte ent­fal­ten würde. Gesellschaften entwick­el­ten sich laut Kang Youwei nicht zufäl­lig, son­dern wür­den unter­schiedliche Sta­di­en moralis­ch­er und damit insti­tu­tioneller Rei­fung, durch­laufen. Daher waren für Kang Youwei Refor­men kein Bruch mit der kon­fuzian­is­chen Tra­di­tion, son­dern Aus­druck ihres inneren Prinzips, denn moralis­ch­er Fortschritt ver­lange Verän­derun­gen in Staat und Gesellschaft. Für ihn entstün­den neue poli­tis­che For­men, weil sich auch die Bedin­gun­gen men­schlichen Zusam­men­lebens verän­derten.

Vom Reform­pro­gram zur Utopie

Durch Kang Youwei wurde der Kon­fuzian­is­mus zu ein­er Idee, mit der man Refor­men begrün­den kon­nte. Reform bedeutete nicht mehr Abkehr vom Eige­nen, son­dern dessen Weit­er­en­twick­lung. In dieser Logik ließen sich auch kon­sti­tu­tionelle Refor­men recht­fer­ti­gen, denn eine mod­erne Staat­sor­gan­i­sa­tion musste kein west­lich­er Bruch sein, son­dern kon­nte als Ent­fal­tung kon­fuzian­is­ch­er Moral in ein­er kul­turellen Weit­er­en­twick­lung ver­standen wer­den.

Statt ein­er star­ren Tra­di­tion entwirft Kang Youwei einen Kon­fuzian­is­mus mit geschichtlich­er Entwick­lung sowie einem zukün­fti­gen End­punkt: Am Ende dieses Prozess­es würde die Men­schheit, so Kang Youwei, die „Große Ein­heit“ (datong 大同) erre­ichen, eine Wel­tord­nung jen­seits von Nation­al­gren­zen oder sozialen Hier­ar­chien, begrün­det in ein­er voll­ständig ver­wirk­licht­en kon­fuzian­is­chen Moral.

Reformer wie Kang Youwei ver­sucht­en damit, den Kon­fuzian­is­mus nicht nur zu bewahren, son­dern aktiv zur Mod­ernisierung von Staat und Gesellschaft einzuset­zen.

Demokratie chinesischer Prägung — Das Manifest für eine Neubewertung der chinesischen Kultur

Nach län­geren Phasen der poli­tis­chen Mar­gin­al­isierung nach der Xin­hai Rev­o­lu­tion von 1911 sowie nach dem Bürg­erkrieg und der Grün­dung der Volk­sre­pub­lik Chi­nas, stand die kon­fuzian­is­che Tra­di­tion ab den 1950er Jahren poli­tisch im Abseits. In diesem Kon­text for­mulierte Zhang Jun­mai (1887–1969 n. Chr.), im West­en auch bekan­nt als Car­sun Chang, gemein­sam mit anderen Exil­in­tellek­tuellen 1958 das soge­nan­nte „Man­i­fest für eine Neube­w­er­tung der chi­ne­sis­chen Kul­tur“.

Eine mod­erne, kon­fuzian­is­che Sozialdemokratie

In dem Man­i­fest ver­sucht Zhang Jun­mai die Tra­di­tion neu zu deuten: Für ihn ist der Kon­fuzian­is­mus als geistiger Kern ein­er kon­tinuier­lichen chi­ne­sis­chen Zivil­i­sa­tion zu ver­ste­hen, jedoch verbindet er diese mit seinen eige­nen sozialdemokratis­chen Ideen. In dieser Syn­these sollte kon­fuzian­is­che Moral­philoso­phie die Basis für eine pflichter­fül­lende, demokratis­che Bürg­er­schaft bilden, auf der wiederum ein mod­ern­er chi­ne­sis­chen Staat begrün­det wer­den kann. Er führt damit den Mod­ernisierungs­gedanken von Kang Youwei fort; doch statt ein­er kon­sti­tu­tionellen Monar­chie ver­fol­gt Zhang Jun­mai das Ziel ein­er moralis­chen Repub­lik. Für ihn soll die Demokratisierung und Mod­ernisierung des Lan­des durch eine kul­turelle Selb­st­besin­nung auf den Kon­fuzian­is­mus erfol­gen, anstatt dass dieser, wie in der dama­li­gen VR Chi­na, durch eine ide­ol­o­gis­che Rev­o­lu­tion erset­zt wird.

Für die Reformer von 1958 sollte der Kon­fuzian­is­mus damit vor allem die moralis­che Grund­lage ein­er mod­er­nen demokratis­chen, chi­ne­sis­chen Nation bilden.

Von chi­ne­sis­chem Denken zur Welt­philoso­phie — Die Boston Con­fu­cians

Einen deut­lich weit­greifend­en Ansatz ver­fol­gen die kon­tem­porären, soge­nan­nten Boston Con­fu­cians. Die Boston Con­fu­cians sind ein Net­zw­erk von Philosophen und Reli­gion­swis­senschaftlern, das seit dem späten 20. Jahrhun­dert vor allem im akademis­chen Umfeld von Uni­ver­sitäten im Raum Boston ent­stand. Leit­fig­uren dieser Denkrich­tung sind ins­beson­dere die Philosophen Robert Cum­mings Neville und Tu Weim­ing.

Inter­view mit Robert Cum­mings Neville und Tu Weim­ing, Leit­fig­uren des Boston Con­fu­cian­ism

Der mod­erne Kon­fuzian­is­mus als Welt­philoso­phie

Die Boston Con­fu­cians lösen Kon­fuzian­is­mus bewusst aus seinem engen nationalen Rah­men, denn für sie ist der Kon­fuzian­is­mus eine philosophis­che Tra­di­tion mit glob­alem Poten­zial zur Stärkung von mul­ti­kul­turellen und demokratis­chen Gesellschaften. Die kon­fuzian­is­che Ethikvorstel­lung, ein­schließlich der Konzepte von li und qi, könne, so ihr Argu­ment, auch außer­halb Ostasiens angewen­det wer­den. In ihren Augen könne diese Tra­di­tion west­liche Gesellschaften bere­ich­ern, ins­beson­dere dort, wo moralis­ch­er Rel­a­tivis­mus und poli­tis­che Polar­isierung dominieren. Damit ver­schiebt sich der Hor­i­zont, denn wo Zhang Jun­mai Kon­fuzian­is­mus als einzi­gar­tige chi­ne­sis­che Tra­di­tion begreift, sehen die Boston Con­fu­cians ihn als uni­verselle Philoso­phie, die über­all auf der Welt rel­e­vant sein kann.

Sie führen die Syn­these von Zhang Jun­mai fort, jedoch wird Kon­fuzian­is­mus nicht mehr primär als kul­turelles chi­ne­sis­ches Phänomen wahrgenom­men. Stattdessen sehen sie ihn als all­ge­mein anschlussfähige Philoso­phie, ver­gle­ich­bar mit west­lichen philosophis­chen Tra­di­tio­nen wie jenen von Pla­to oder Aris­tote­les. Durch diese Weit­er­en­twick­lung wird also eine ehe­mals nationale Tra­di­tion schrit­tweise zu ein­er Welt­philoso­phie trans­formiert.

Was kön­nen wir aus dieser Entwick­lung mit­nehmen?

Aus diesem Ver­lauf ergeben sich drei grundle­gende Ein­sicht­en:

  • Erstens ver­schwinden Tra­di­tio­nen nicht ein­fach, son­dern verän­dern ihre Bedeu­tung im Laufe der Geschichte kon­stant.
  • Zweit­ens kön­nen religiös-philosophis­che Ideen ihren ursprünglichen kul­turellen Kon­text über­schre­it­en und neue Funk­tio­nen annehmen, selb­st in einem eher unortho­dox­en kul­turellen Umfeld.
  • Und drit­tens zeigt der mod­erne Kon­fuzian­is­mus exem­plar­isch durch seine his­torische Entwick­lung, wie sich religiöse Tra­di­tio­nen an die Zeit und Umwelt anpassen, auch unter den Bedin­gun­gen ein­er glob­al­isierten Gegen­wart, in welch­er die Tra­di­tion zu ein­er Welt­philoso­phie trans­formiert wird.

Ger­ade deshalb lohnt es sich, Kon­fuzian­is­mus nicht nur als his­torisches Phänomen zu betra­cht­en, son­dern als Teil aktueller glob­aler Debat­ten über Gesellschaft, Werte, Nor­men und Zusam­men­leben.

Dieser Beitrag ent­stand im Rah­men eines stu­den­tis­chen Prak­tikums bei REMID.

Autor: Mike Jawors­ki, Studi­um der Geschichte und Reli­gion­swis­senschaft im Bach­e­lor an der Ruhr-
Uni­ver­sität Bochum, 2026.

Bib­li­ogra­phie

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