Materialien zum Thema: Religionsfreiheit

Religionsfreiheit bedeutet…

a) – juristisch – das Menschenrecht auf freie Ausübung der Religion und davon abgeleitet das Verbot von Diskriminierung aufgrund der Religion – durch den Staat bzw. seit 2006 aufgrund des Allgemeines Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) auch, aber nicht nur durch Arbeitgeber;

b) – als sozialer Indikator – einen Grad an sozialer Akzeptanz von gelebter Religionsfreiheit, sei es als mindestens vorhandene religiöse Pluralität bzw. als wertbasierte Umfrageanalyse der (im Idealfall positiven) Haltungen gegenüber religiöser Pluralität, anderen Religionen und Weltanschauungen – mit besonderer Berücksichtigung der diesbezüglichen „Risikogruppen“ Konvertiten, neue Religionen und Atheisten.

Diese zweite, unter (b) ausgeführte Dimension der Religionsfreiheit betrifft an negativen Haltungen diskriminierende Vorurteilkomplexe gegenüber anderen Religionen wie Islamophobie oder Antisemitismus. Aber auch in anderen Fällen dominieren fehlgeleitete Gefahrendiskurse das Feld. Hier kann Religionswissenschaft mit versachlichender Information – unabhängig von theologischen oder antireligiösen Positionen – weiterhelfen.

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Fumie (wörtlich „Tretbild“) war eine Bezeichnung für Bilder christlicher Symbole, welche in Japan zwischen den 1620er und den 1850er Jahren zum Einsatz kamen, um Christen ausfindig zu machen, welche zum Beweis ihrer nicht-christlichen Gesinnung ein solches Bild zertreten sollten.

Bild von Chris73 unter Creative Commons Lizenz CC BY-SA 3.0.

Externe Materialien

Folgende Auflistung unterscheidet in religiös oder andersweitig nicht perspektivierte und perspektivierte Berichte. Diese Perspektivierung meint nicht die mögliche Konfessionsgebundenheit, sondern betrifft die Schwerpunktsetzung, die allerdings mit einer Zugehörigkeit oder Verbindung zusammenhängen kann. Die sogenannten nicht-perspektivierten Berichte bevorzugen oft eher „Weltreligionen“ und „klassische“ religiöse Minderheiten. Die methodische Qualität kann unabhängig von dieser Kategorie variieren. Für Berichte über den Stand der Religionsfreiheit in verschiedenen Ländern gibt es

Außerdem seien die Artikel der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte genannt (ursprünglich anti-kommunistisch, Schwerpunkt Christenverfolgung, daneben religiöse Minderheiten wie Falun Gong oder Bahai). Das Forum Religionsfreiheit Europa (FOREF) hat einen besonderen Fokus auf die Diskriminierung neuer religiöser Bewegungen (konfessionell unabhängig, Gründung 2005 von einem betroffenen Mitglied einer religiösen Minderheit und einem Juristen mit Schwerpunkt Verfassungsrecht), unter den aktiven Mitgliedern sind Angehörige  „staatlich anerkannter und nicht anerkannter“ Religionsgemeinschaften sowie Atheisten und Agnostiker.

3 Comments:

  1. Pingback: FOREF: “Religionsfreiheit und Gleichbehandlung notwendig für eine friedliche, pluralistische Gesellschaft” « REMID Blog

  2. Neuer Jahresbericht zur Religionsfreiheit des US-amerikanischen State Departments veröffentlicht: http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/2014/eur/238384.htm (Beispiel Deutschland).

    Gesamtübersicht: http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper

  3. Pingback: Notiz zur Feierlichkeit: 10 Jahre Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (und Arbeitsrecht), „Antidiskriminierungsgesetz“ - REMID - Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst e.V.

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