Pressemitteilung: Auswertung von 21 Jahren Aufklärungsarbeit

Der Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst e.V. (REMID) hat seine 2011 begonnene Auswertung der Daten von 21 Jahren Aufklärungsarbeit (1989-2010) abgeschlossen. Über 779 religiöse Gemeinschaften, Vereine im Kontext von Religionen, Verlage etc. wurden Dokumente gesammelt. Anfragen nach Neuen Religiösen Bewegungen wie Scientology oder Universelles Leben bestimmten die Neunziger. Seit dem 11. September 2011 besteht insbesondere ein steigendes Interesse am Islam.

Mit zwanzig Hängemappen hatte 1989 ein besonderes Projekt seinen Anfang genommen: Religionwissenschaftler schlossen sich nach dem Studium zu einem Verein zusammen, der inzwischen 170 Mitglieder hat. Es geht darum, für Toleranz und Aufklärung mit wissenschaftlich aufbereiteter Information einzutreten.

Insbesondere das Thema Neue Religiöse Bewegungen bestimmte die ersten Höhepunkte 1992/93 (8.7% der einzelnen Dokumente stammen aus diesen beiden Jahren) und 1997 (6,1%). Ebenso stieg das Interesse an der Diaspora-Situation der Religionen von Migranten (auch Hinduismus und Buddhismus).

Nach dem Abschlussbericht der Enquete-Kommission des Bundestages „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ kehrte eine vorübergehende Beruhigung ein. 16,9% der Dokumente betreffen die Jahre 2001/2, allein 9,5% das Jahr nach dem 11. September. Die Terroranschläge des Jahres 2001 waren sicherlich ein Faktor, der das folgende verstärkte allgemeine gesellschaftliches Interesse an Religionen, insbesondere am Islam, mit bedingte.

Die meisten Dokumente zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft betrafen oder stammten von Scientology, gefolgt von Universelles Leben, der Vereinigungskirche, Unity of Man, Esoterik & New Age, der Priesterbruderschaft St. Pius X., Vajradhatu Shambala und Jehovas Zeugen. Außerdem wurde z.B. Religionsunterricht zu einem wichtigen Themenbereich.

Im Jahr 2011 betrafen von eingehenden Anfragen Religionen / Gemeinschaften 77,7%. Davon interessierten sich 49,4% für Religionen im Allgemeinen, etwa über ihre Verteilung oder in religionsvergleichender Perspektive – diese Tendenz ist seit Jahren steigend. Ein Teil dieser Anfragen bringt eher eine offenere Perspektive auf religiöse Traditionen in einem pluralistischen Kontext zum Ausdruck, ein anderer beschäftigt sich aus einer kritischen bis ablehnenden Perspektive mit dem Phänomen Religionen überhaupt. 23,0% der genannten Anfragen hatten 2010 mit einer Form von Christentum zu tun, 14,9% mit dem Islam, 11,5% mit Neuen Religionen oder Esoterik. Bei diesem letzten Komplex ist die Anfragenhöhe seit 2001 stark fallend. 9,2% der Anfragen fragten – hier ist das Interesse seit 2001 auf einem tendenziell ähnlichen Niveau – nach Buddhismus, dagegen nach Judentum und Hinduismus jeweils nur 2,3%. Letzterer war 2001 noch auf ähnlicher Höhe wie der Buddhismus.

12,5% der Anfragen 2010 kamen von Religionsgemeinschaften, 25% von Privatpersonen, 6,3% von Gewerbetreibenden, die übrigen von Schulen, Medien und Wissenschaft.

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