Tätigkeitsbericht 1994

Auszug aus dem Geschäftsbericht

Anfang des Jahres 1994 hat der Kassenwart seine Arbeit aufgenommen. Nach Durchsicht der Konten, der Außenstände und der Verbindlichkeiten verfügte er mit Billigung des Vorstandes eine sofortige Ausgabensperre und begann mit der Konsolidierung der Vereinsfinanzen. Die erstmalige Verabschiedung eines Haushaltsplanes war ein weiterer Schritt zur Sicherung der Liquidität des Vereins und zur Rückführung des angesammelten Defizits. Gleichzeitig fand die routinemäßige Überprüfung der Haushaltsführung der Jahre 1990 bis 1992 durch das Finanzamt statt, dessen Ergebnis die Anerkennung der Gemeinnützigkeit von REMID für weitere vier Jahre war. Spenden und Beiträge sind also weiterhin steuerlich absetzbar. Die stärkere Ausgabenkontrolle hat die Aktivitäten im Jahr 1994 jedoch nicht eingeschränkt. So konnten auch in diesem Jahr zwei Bände der Schriftenreihe erscheinen: schon im Februar die von Martin Baumann verfaßte Beschreibung des buddhistischen Ordens Arya Maitreya Mandala und im Juni die Darstellung von Geschichte und Lehre der Bah'í des Grazer Universitätsdozenten Manfred Hutter. Für diese beiden Bände galt bereits das Kostendeckungsprinzip: eine neue Veröffentlichung kann nur dann stattfinden, wenn die Druckkosten durch Beteiligungen, vorliegende Bestellungen oder Festabnahmen gedeckt sind. Dieses Prinzip wird auch 1995 fortgesetzt. Die wieder im April abgehaltene Mitgliederversammlung vollzog die Vorstandsentscheidungen nach und beriet über eine verstärkte Mitgliederwerbung und eine bessere Anbindung des Vereins an die Universitäten. Ein Vorschlag war die Einsetzung von Uni-Beauftragten, die in der Folge durch die Geschäftsstelle organisiert wurde. Diese Beauftragten sollen AnsprechpartnerInnen vor Ort sein, die auch alle REMID-Materialien (Satzung, Aufnahmeanträge, Publikationen) vorrätig halten. Anfang 1995 gab es diese Beauftragten in folgenden Städten: Bielefeld, Bremen, Leipzig, Marburg, Tübingen, Würzburg, Graz. Das Angebot des Archivs konnte seit Mitte des Jahres deutlich verbessert werden. Zwei Materialspenden von zusammen ca. 300 Büchern, etlichen Zeitschriftenjahrgängen, Zeitungsartikeln, Tonbandkassetten und anderer Dokumente aus dem Bereich neue Religionen (sog. Jugendsekten) und christliche Sondergemeinschaften decken die 80er Jahre weitgehend ab. Ende des Jahres konnte der mit der befreundeten Organisation INFOREL (Information Religion, Basel) vereinbarte gegenseitige Bezugsdienst von Schriften und Materialien verwirklicht werden, der den jeweiligen Vertrieb der Publikationen sowie den Austausch von Dubletten aus den Archiven umfaßt. Anläßlich eines Besuches des Leiters von INFOREL, Christoph Peter Baumann, in Marburg wurden weitere Projekte erörtert. Auch in der Öffentlichkeit war REMID wieder vertreten: Am 23. Januar konnte der Verein auf Einladung der Stadt Marburg einen Büchertisch anläßlich des alle zwei Jahre stattfindenden Marburger Ökumene-Gesprächs durchführen. Im Rahmen der von der Berliner Ausländerbeauftragten herausgegebenen Schrift Weltreligionen in Berlin hat REMID den Abschnitt über die Hare-Krishna-Bewegung überarbeitet. Im Juni referierte das Vorstandsmitglied Steffen Rink anläßlich einer Veranstaltungsreihe der Frankfurter Ahmadiyya-Gemeinde über Ziele und Möglichkeiten der Religionswissenschaft im interreligiösen Dialog. Die örtliche Presse berichtete im Rahmen einer Serie über "Vereine in Marburg" über REMID. Im November referierten Steffen Rink und das REMID-Mitglied Matthias Pilger-Strohl in Wettenberg über die Fragen des Umgangs mit sog. Sekten, insbesondere mit dem Universellen Leben und mit Scientology. Bedeutsam für die öffentliche Wirkung von REMID war der Start einer Serie über neuere religiöse Bewegungen in der Zeitschrift "Connection". Der Herausgeber wollte durch die Zusammenarbeit mit REMID in der Diskussion um diese Gruppierungen einen Kontrapunkt setzen, indem möglichst objektiv und in kritischer Distanz zur dargestellten Gruppe berichtet wird. Im Juli erschien der erste Beitrag dieser monatlichen Serie. Ausgehend von dieser Medienpräsenz konnte die Geschäftsstelle vermehrt Anfragen beantworten, u. a. wurden für eine ZDF-Dokumentation Vertreter einer Religionsgemeinschaft vermittelt.

© 2007-2011 REMID e. V. Marburg ♦ Letzte Bearbeitung: 10.02.2011 ♦


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