„Religion am Mittwoch“ – Globale Gurus: Wie ein hinduistisches Konzept transnational wird (1. Feb.)

rel.a.mi2016

Vortragende ist Vanessa Lange (Bern):
http://www.relwi.unibe.ch/ueber_uns/personen/ma_lange_vanessa/index_ger.html

Die Veranstaltung beginnt mit einer themenbezogenen Führung durch die Religionskundliche Sammlung um 18.00 Uhr; der Themenabend ca. 18.15 Uhr.

Eintritt frei.

„Religion am Mittwoch“ ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit von REMID, dem Fachgebiet Religionswissenschaft und der Religionskundlichen Sammlung in Marburg.
Sie findet immer am ersten Mittwoch eines Monats im Seminarraum des Fachgebiets Religionswissenschaft (1. Stock) und in den Räumen der Religionskundlichen Sammlung (Landgraf-Philipp-Str. 4) statt. In ihr stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter von religionsbezogenen Projekten und Religionsgemeinschaften ihre aktuellen Arbeitsbereiche durch Vorträge, Reiseberichte, Filme oder über Diskussionsrunden vor.

Man vergleiche zum Thema: Globale Gurus: Indische Religionen auf Welttournee (2011; Interview mit Prof. Frank Neubert).

Vortrag am 25. Januar: ‚Sekten‘ und die (Un-)Möglichkeit wissenschaftlich-säkularer Neutralität (Dr. Christiane Königstedt)

Am nächsten Mittwoch, den 25. Januar 2017, 18:15 Uhr, hält REMID-Vorstandsbeisitzende Dr. Christiane Königstedt (Universität Leipzig) im Seminarraum der Religionswissenschaft und Religionskundliche Sammlung Marburg einen Gastvortrag zum Thema „‚Sekten‘ und die (Un-)Möglichkeit wissenschaftlich-säkularer Neutralität“:

Der Anspruch größtmöglicher wissenschaftlicher Neutralität bei der Erforschung von Religion(en) in Gegenwartsgesellschaften trifft auf diverse Herausforderungen. Besonders in Bezug auf öffentlich kontrovers diskutierte Religionsgemeinschaften bedarf die Auswertung der verschiedenen Quellen verstärkter Reflektion, und die öffentlichen Debatten, die informativ von Konfliktparteien selektiv und verzerrt gespeist werden, müssen gegenüber wissenschaftlich empirischen Daten immer wieder abgeglichen werden. Alle Beteiligten, und letztendlich auch die Forscher, sind hier, bewusst oder unbewusst, auch politische Akteure die mit Ihren öffentlichen Beiträgen Wirkungen erzielen und das zu erforschende Feld beeinflussen. Inwiefern ist vor diesem Hintergrund wissenschaftliche Neutralität möglich und überhaupt sinnvoll, wie kann dies forschungspraktisch umgesetzt werden, welche methodologischen und reflexiven Fallstricke können bis jetzt identifiziert werden mit welchem analytischen Rahmen kann dieser grundlegenden Problematik sinnvoll begegnet werden? Am Beispiel der über mehrere Jahrzehnte massiv eskalierten französischen Diskussion um Neue Religiöse Bewegungen – „Sekten“ – wird Dr. Christiane Königstedt (Universität Leipzig) diese Fragen im Rahmen des öffentlichen Abendvortrags diskutieren.

Man vergleiche zum Thema auch das Interview Gott in Frankreich: Ein Fall von bedingter Religionsfreiheit (2013) und „Die Sache mit der Religionsfreiheit. 25 Jahre REMID: Bericht zur Jubiläumstagung“ (2014).

Die zugehörige Publikation gibt es beim transcript-Verlag: Frankreich und seine Sekten. Konfliktdynamiken zwischen Katholizismus, Laizismus und Religionsfreiheit (2016).

Vortrag am 11. Januar: Deutsche, Christen, Einwanderer? Russlanddeutsche Aussiedler in freikirchlichen Gemeinden

rel.a.mi2016Morgen geht es mit „Religion am Mittwoch“ auch 2017 weiter. Dr. Frederik Elwert aus Bochum spricht über „Deutsche, Christen, Einwanderer? Russlanddeutsche Aussiedler in freikirchlichen Gemeinden“.

Vortragender ist Dr. Frederik Elwert (Bochum):
http://www.ceres.rub.de/de/people/details/frederik-elwert/

Die Veranstaltung beginnt mit einer themenbezogenen Führung durch die Religionskundliche Sammlung um 18.00 Uhr; der Themenabend ca. 18.15 Uhr.

Eintritt frei.

„Religion am Mittwoch“ ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit von REMID, dem Fachgebiet Religionswissenschaft und der Religionskundlichen Sammlung in Marburg.
Sie findet immer am ersten Mittwoch eines Monats im Seminarraum des Fachgebiets Religionswissenschaft (1. Stock) und in den Räumen der Religionskundlichen Sammlung (Landgraf-Philipp-Str. 4) statt. In ihr stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter von religionsbezogenen Projekten und Religionsgemeinschaften ihre aktuellen Arbeitsbereiche durch Vorträge, Reiseberichte, Filme oder über Diskussionsrunden vor.

Neues Projekt „Religionswissenschaftler im Beruf“ (RiB) bewilligt – Werkauftrag wird ausgeschrieben

REMID hat sich erfolgreich bei der Ausschreibung „Religionswissenschaft in der Öffentlichkeit“ der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) beworben und wird in Kooperation mit dem Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität Bochum sowie dem Wissenschaftsladen Bonn (WiLa) das Projekt „Religionswissenschaftler im Beruf“ (RiB) durchführen. Das Projekt hat das Ziel, Religionswissenschaftler_innen in nicht-wissenschaftlichen Berufsfeldern zu vernetzen. Weitere Informationen finden Sie auf der neu eingerichteten Projektseite. Im Rahmen des Projekts wird REMID zielgruppen- und bedarfsorientierte Angebote zur Vernetzung und Information schaffen. Zu diesem Zweck wird ein Vernetzungstreffen am 20. Januar 2018 stattfinden, um den Austausch zu initiieren sowie konkrete Bedarfe und zielgruppenspezifische Interessen zu eruieren. Für die Vorbereitung und Organisation des Treffens, insb. die Recherche von potenziellen Interessenten, wird ein Werkauftrag ausgeschrieben, der vom CERES-Wissenstransfer finanziert wird. Die Ausschreibung finden Sie hier:

Pfeil nach rechts Ausschreibung Werksvertrag (PDF; 158 kb)
Pfeil nach rechts Projektseite „Religionswissenschaftler im Beruf“ (RiB)
Pfeil nach rechts Projekte von REMID

Neue Kurzinformation zur Vineyard-Bewegung

Eine neue Kurzinformation konnte dank Dr. Maren Freudenberg (CERES Bochum) entstehen. Mit der Vineyard-Bewegung geht es dabei um eine jüngere Entwicklung im Christentum:

remid-vineyardVineyard Christian Fellowship entstand im Zuge der Jesus-People-Bewegung im Kalifornien der 1970er Jahre und wird auf zwei Gründer zurückgeführt. Der erste, Kenn Gulliksen, entwickelte sich nach einer Konversion­serfahrung im Alter von 14 Jahren zu einem überzeugten Anhänger neocharismatischer Praktiken, insbesondere der Zungenrede, und wurde später Pastor in der Calvary Chapel, einer wachsenden neocharismatischen Gruppierung. 1974 gründeten Gulliksen und seine Frau im kalifornischen Costa Mesa mit drei Bekannten die Vineyard Church als eine mit Calvary Chapel assoziierte Hauskirche, die in den folgenden Jahren rasant anwuchs. Der zweite Gründer, John Wimber, wird als zentralere Figur innerhalb der heutigen Vineyard wahrgenommen…

Pfeil nach rechts Vineyard (HTML)
Pfeil nach rechts Vineyard (PDF, ca. 135 KB)
Pfeil nach rechts Übersicht: Kurzinformation Religion

Wenn Sie gerade über z.B. neocharismatischem Christentum oder die Pfingstbewegung arbeiten und eine Kurzinformation für REMID schreiben möchten, wenden Sie sich an info [at] remid [punkt] de. Empfohlen sei außerdem das Interview mit Dr. Sebastian Schüler und Martin Radermacher: Ambivalentes Verhältnis zur Moderne: Was ist eigentlich die Pfingstbewegung und warum ist sie global so erfolgreich?

Aufzeichnung der REMID-Gesprächsrunde „Religion in Öffentlichkeit und Medien“ jetzt online

Es diskutieren Prof. Dr. Edith Franke, Dr. Gerald Willms und Dr. Michael Blume. Moderation: Dr. Christiane Königstedt. Der Rahmen war die Mitgliederversammlung des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes REMID e.V. in Marburg am 19. November 2016.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=YJclTIsu0xw

Prof. Dr. Gritt Klinkhammer konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen.
Die Folien von Dr. Michael Blume können Sie hier downloaden.

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, können Sie REMID spenden oder Mitglied werden. Unsere Tätigkeitsberichte können Sie hier einsehen.

19. November: Podiumsdiskussion „Religion in Öffentlichkeit und Medien“ (& MV)

15002439_1253234924750140_4294873510972907286_oAnlässlich der diesjährigen REMID-Mitgliederversammlung am 19. November findet vorab um 11:00 Uhr eine öffentliche Gesprächsrunde statt, zu der Nicht-Mitglieder und Mitglieder herzlich eingeladen sind!

Die Gäste mit den Schwerpunkten „Islam“ in Indonesien und Deutschland, „Neue Religiöse Bewegungen“, „Scientology“ und „Verschwörungstheorien“ werden aus ihrer Forschung berichten und dann miteinander und den Gästen über die Herausforderungen der gegenwärtigen Situation religiöser Gemeinschaften in Deutschland und den angemessenen Umgang mit der Medienberichterstattung zum Beispiel im Verhältnis zur Empirie diskutieren.

Diskutanten:
Prof. Dr. Edith Franke, Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Dr. Michael Blume, Dr. Gerald Willms

DATUM: 19. November 2016
UHRZEIT: 11:00 Uhr
ORT: Marburg, Deutschhausstraße 3 (Hörsaal +1/1090, 1. Stock)

Vorläufiges Programm der MV:
Um 12:00 Uhr folgt die Mitgliederversammlung. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung gegen 13:00 Uhr laden wir zu einem kleinen Mittagessen ein. Um besser planen zu können, bitte wir um Zusage unter info [at] remid [punkt] de.

Die vorläufige Tagesordnung sieht folgendermaßen aus:

TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Bestimmung von Versammlungsleiter und Protokollführer
TOP 3 Abstimmung über die Annahme der Tagesordnung
TOP 4 Abstimmung über die Annahme des Protokolls der Mitgliederversammlung 2015
TOP 5 Bericht des Kassenwarts
TOP 6 Entlastung des Kassenwarts
TOP 7 Bericht des Vorstandes
TOP 8 Entlastung des Vorstandes
TOP 9 Vorschlag zur Änderung der Satzung in § 8, Abs. 4
Die aktuelle Fassung lautet: „Der Vorstand tagt mindestens dreimal jährlich […]“. Nach Änderung soll der Text wie folgt lauten: „Der Vorstand tagt min-destens einmal jährlich […]“.
TOP 10 Verschiedenes

Vorschläge zur Tagesordnung werden noch bis zum 12.11.2016 unter info [at] remid [punkt] de entgegengenommen.
Im Anschluss findet gegen 15:00 Uhr die Vorstandssitzung statt.

Poster zur Veranstaltung: Download (PDF).

Mit Schulbuchwissen gegen Containerdenken? Verflechtungen von Religion und Gesellschaft im Ethikunterricht.

Rami-Flyer_2015_400x875_webAm 9. November geht es bei Religion am Mittwoch um die Schule. Es trägt Dr. Zrinca Stimac (Braumschweig) vor.
Bereits am 12. Okt. 2016 ging es um „Religionen der Seeleute: ‚Aberglaube‘ auf den Segelschiffen der Ostsee und den sieben Weltmeeren“ mit Dr. Anna-Konstanze Schröder (Bern).

Weiterlesen auf der Homepage der Religionswissenschaft Marburg

Notiz zur Feierlichkeit: 10 Jahre „Antidiskriminierungsgesetz“

Am 27. September 2016 feierte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes das 10jährige Jubiläum des Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und lud Gäste, unter ihnen REMID, in die Französische Friedrichstadtkirche in Berlin ein. Das Gesetz sieht die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen explizit vor (§29). Es bezieht sich zwar zu großen Teilen auf die arbeitsrechtlichen Bestimmungen in Deutschland, schließt aber ebenso Fälle von Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit außerhalb des Arbeitskontextes mit ein und ist dementsprechend auch für die Religionswissenschaft von Interesse. Im AGG ist zum Bespiel geregelt, dass eine Person wegen ihrer Religionszugehörigkeit nicht benachteiligt werden dürfe (§1), Religionsgemeinschaften als Arbeitgeber jedoch durchaus ein Bekenntnis zum jeweiligen Glauben zur Einstellungsbedingung machen dürfen (§9). Weiter scheint hier ein recht weiter Religionsbegriff verwendet zu werden („Bindung an ein Glaubensbekenntnis“), der auch ggf. Organisationen, die wie Scientology vielen nicht als Religion gelten, einschließen würde. Von der EU wurde Deutschland im Jahr 2008 trotz dieser Bemühungen wegen mangelnder Umsetzung der EU-Richtlinien verklagt, so dass noch Arbeitsbedarf am Gesetz besteht.

Die Sprecher Christine Lüders, Věra Jourová und Festredner Heiko Maas betonten im Rahmen der Feierlichkeit, der Erfolg des Gesetzes bestehe vor allem darin, dass auch mit recht verhaltener Unterstützung der Bevölkerung für Betroffene von Diskriminierung die Möglichkeit geschaffen wurde, sich – zumindest gegen offene – Diskriminierung und Belästigung mit juristischen Mitteln zur Wehr zu setzen. In der folgenden Expertendiskussion wurden die positiven Rückmeldungen vor dem Hintergrund der Praxis des Gesetzes kontrovers diskutiert: Neben allem Lob wurde angemerkt, dass nicht unbedingt die Diskriminierungen wegen Herkunft, Rasse, Geschlecht, Alter und Religion abgenommen hätten, sondern aus Angst vor Strafen lediglich besser verschleiert würden. Die Offenheit im Umgang miteinander habe also abgenommen und Konflikte, die auch den Prozess eines Zusammenwachsens befördern könnten, würden nicht mehr ausgetragen. Zudem gäbe es Personen, die diese Regelungen systematisch für sich ausnützten und für Entschädigungszahlungen direkte Aussagen provozieren würden (z.B. im Falle von Begründungen für Absagen auf Bewerbungen). Im Fazit einigten sich die Sprecher mehrheitlich darauf, dass „ohne Gesetz“ keine Alternative mehr sein könne, das Ausarbeiten seiner Feinheiten jedoch sei eine schwierige Aufgabe, die noch lange nicht beendet ist (Text: Christiane Königstedt).

Vgl. die Beiträge im REMID-Themenschwerpunkt Religionsfreiheit